Günstige Wohnungen sind rar

Lokalpolitik

Die SPD-Fraktion setzt sich für günstigen Wohnraum ein

von Paul Neuhoff

Bei der letzten Versammlung des SPD-Ortsvereins Nittendorf-Undorf-Haugenried informierte Hans Neumann, Fraktionsvorsitzender im Marktrat, über einen Antrag seiner Fraktion auf Errichtung von Wohnungen im öffentlich geförderten Wohnungsbau. Die Gemeinde Nittendorf wird dabei aufgefordert, den Bau in Eigenregie oder durch Übertragung auf einen geeigneten Bauträger in Angriff zu nehmen. Der öffentlich geförderte Wohnungsbau habe sich seit Mitte der 90er Jahre halbiert, die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum steige dagegen ständig an.

Die stadtnahe Lage des Marktes Nittendorf bedinge, dass der Preisanstieg für Mietwohnungen auch im Marktbereich spürbar wird und bezahlbarer Wohnraum kaum mehr zu finden ist. Der Markt Nittendorf soll deshalb das Förderprogramm „Wohnungspakt Bayern“ nutzen, um den Bau von staatlich finanzierten und geförderten Mietwohnungen anzuschieben, so der Wortlaut des Antrags.

Der Mittelbayerischen gegenüber erläuterte der Fraktionsvorsitzende weitere Hintergründe für den Antrag. Er erfahre immer wieder, dass junge Familien, aber auch ältere Personen gerne in Nittendorf bleiben oder sich hier niederlassen wollen. Die Mieten wären in Regensburg einfach zu hoch. Nittendorf habe sich zwischenzeitlich zu einem sehr attraktiven Wohnort gemausert. Von großen Lebensmittelmärkten über zahlreiche Arztpraxen, Dienstleister und Fachgeschäfte sei alles vorhanden.

Außerdem sei der Markt über die verschiedenen Straßen, mit Bahn und Bus hervorragend an die Stadt Regensburg angebunden. Sollte das diskutierte 365-Euro-Ticket auch für den Landkreis kommen, so wäre das ein weiterer Pluspunkt für Nittendorf. Die Frage des bezahlbaren Wohnraums für alle stelle sich aber auch für den Markt. Die zuletzt angebotenen Bauplätze in Schönhofen waren binnen kürzester Zeit verkauft. Zwischenzeitlich liegen dem Rathaus schon wieder etwa 200 Anfragen nach Bauland vor.

Da Bauplätze in Nittendorf zwischenzeitlich nicht mehr ganz billig und daher für weniger betuchte Familien oft nicht erschwinglich sind, müsse die Kommune einsteigen und Wohnraum mit günstigen Mieten anbieten, so Neumann. Überdies dränge die Zeit. Das entsprechende Förderprogramm der Staatsregierung läuft dieses Jahr aus. Dabei müsste die Kommune nicht unbedingt selbst als Bauherr auftreten, sagte Hans Neumann.

Bürgermeister Helmut Sammüller bestätigt der Mittelbayerischen gegenüber, dass der Antrag im Rathaus Ende November eingegangen sei. Die SPD-Fraktion renne bei ihm damit offene Türen ein. Er selbst beschäftige sich mit dem Thema seit geraumer Zeit und habe auch schon vor dem Antrag Ausschau nach einem geeigneten Grundstück gehalten.

Er habe das Anliegen der SPD-Fraktion aber noch nicht auf die Tagesordnung einer Marktratssitzung gesetzt, weil noch keine geeignete Baufläche gefunden wurde. Es wäre ideal, so Sammüller, wenn ein Grundstück in der Nähe des Zentrums im Umfeld des Rathauses zur Verfügung stehe, weil von dort in kurzer Strecke viele Geschäfte oder auch Arztpraxen erreicht werden könnten. Der Antrag werde demnächst aber auf der Tagesordnung sein.

Die Zeit drängt

Darum sollte der Markt Nittendorf durchaus einsteigen und günstigen Wohnraum schaffen, noch dazu da die Fördergelder des Freistaates für solche Projekte durchaus attraktiv sind. Weiter erklärte Sammüller, dass ihm auch bewusst sei, dass das Förderprogramm in diesem Jahr auslaufe. Darum soll der Antrag keinesfalls auf die lange Bank geschoben werden. Das letzte Wort zu diesem Thema habe aber der Marktrat.