Nittendorf will ein Windrad weniger

.Sinzing hat einen Bebauungsplan für Windräder aufgestellt. Nittendorf durfte Einwände vorbringen.Symbolfoto: Fotolia

Der Markt zeigt sich gegenüber dem Sinzinger Vorhaben kompromissbereit. Doch die am nächsten gelegene Anlage will er nicht.
Von Paul Neuhoff, MZ

Die Windkraft hat wieder einmal den Nittendorfer Marktrat beschäftigt. Die Nachbargemeinde Sinzing hat einen sogenannten „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ für Windkraftanlagen im dortigen Gemeindegebiet entwickelt. Im Beteiligungsverfahrens wurde auch dem Markt Nittendorf Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Die Räte folgten dem Vorschlag der Verwaltung, sich für den Verzicht auf eines der drei Windräder auszusprechen.

Dem Marktrat lag in der letzten Sitzung ein mehrseitiger Einwendungsentwurf der Verwaltung zur Diskussion und Abstimmung vor. Das Schreiben sieht die Belange der Nittendorfer, im speziellen der Ortsteile Thumhausen, Haugenried und Viergstetten, durch die Planung der Nachbargemeinde als berührt an. Die Stellungnahme ließ aber auch erkennen, dass die Nittendorfer nicht generell gegen die Anlagen sind und auf eine einvernehmliche Lösung hinarbeiten.

Ausgehend davon, dass die Windräder die maximale Höhe von 200 Metern erreichen, hat der Marktrat in einem früheren Beschluss gefordert, dass zur nächsten Bebauung auf Nittendorfer Gebiet nach der neuen 10-H-Regelung ein Mindestabstand von 2000 Metern eingehalten werden muss. Die Planung der Sinzinger sieht für drei der geplanten Anlagen aber einen deutlich geringeren Abstand vor. Die Nittendorfer Verwaltung schlägt vor, auf das am nächsten gelegene Windrad 1 zu verzichten. Obwohl die Anlagen 2 und 3 auch in weniger als 2000 Metern Abstand geplant sind, will man zugunsten des gewollten Kompromisses diese nicht verhindern.

Markt sieht sich benachteiligt

Die Stellungnahme sieht aber auch bei Schallemissionen und beim Schattenwurf eine deutliche Benachteiligung der Bürger in den Nittendorfer Randgebieten. Von diesen Belastungen wären deutlich mehr Nittendorfer als Sinzinger betroffen.

Eine weitere Ungleichbehandlung sieht der Markt generell bei den Abständen der Windräder zur jeweiligen Bebauung. So ist eine Anlage zur Ortschaft Haugenried in einem Abstand von 1200 Metern geplant, während der Sinzinger Gemeindeteil Kohlstatt immerhin 1600 Meter entfernt ist.

In der Diskussion sah Josef Bauer in der Ungleichbehandlung ein gewichtiges Argument gegen die Planungen der Sinzinger und fordert diese auf, auf eine Verbesserung hinzuwirken. Norbert Müller lobte den Kompromissvorschlag, monierte aber, dass ein solcher schon viel früher hätte kommen können. Heiner Promberger fand es gut, dass der Markt trotz des Entgegenkommens gegenüber der Nachbargemeinde grundsätzlich an der 10-H-Regelung festhalte. In der Abstimmung stimmten alle Räte außer Norbert Müller dem Papier der Verwaltung zu.

Bürgermeister Helmut Sammüller dankte seiner Verwaltung für die mit großen Zeitaufwand gut ausgearbeitete Stellungnahme. Die Räte stimmten mit Beifall zu.

Für einige Wortmeldungen sorgte der Antrag der Feuerwehren im Marktgebiet auf Übernahme der Kosten durch den Markt für den Erwerb der Fahrerlaubnisse der Klassen C und CE. Helmut Sammüller verwies auf die bisher bestehende Drittel-Regelung, wonach die Kosten der Erwerber, die jeweilige Feuerwehr und der Markt zu gleichen Teilen getragen haben.

Markt zahlt FFW-Führerschein

Andreas Bleicher gab zu bedenken, dass im Gegensatz zu früher heutzutage die Wenigsten den Lkw-Führerschein auch privat nutzen. Die Gelegenheiten dafür gäbe es so gut wie nicht mehr. Der Marktrat plädierte für eine volle Kostenübernahme durch den Markt. Auch für Gerhard Bawidamann haben sich die gesellschaftlichen Verhältnisse so geändert, dass der Führerschein tatsächlich nur für Fahrten der Feuerwehren benötigt wird. Hans Neumann war der Ansicht, dass man den Feuerwehrkräften unbedingt entgegen kommen muss, weil es der Markt nicht verantworten könnte, wenn im Ernstfall keine Fahrzeugführer mehr zur Verfügung stehen. Udo Rappl, der Kommandant der Undorfer Feuerwehr ist, merkte dazu an, dass allein seine Einsatzkräfte dieses Jahr schon 48 Mal ausgerückt seien.

Letztendlich sprachen sich alle Räte für eine volle Kostenübernahme aus, es wurde aber gefordert, dass die Kommandanten eine abgestimmte Bedarfsliste erstellen.